Fachmagazin für Recht in Sachen Architektur, Bau und Immobilien

Editorial 2012|07

OFROOM im Semper Depot, der Stellenwert der Bau- und Ausstattungsbeschreibung bei Bauträgerverträgen und die Angemessenheit des Preises im Vergabeverfahren

Sehr geehrte Leserinnen,
sehr geehrte Leser!

Sehr informative Österreichische Architekturtage 2012 liegen hinter uns. Unter anderem hat Christine Bärnthaler mit ihrem OFROOM im Semper Depot in Wien unter dem Titel „Material für die Zukunft – Experiment:Pool – Solargrill – Materialschau“ durch namhafte Vortragende aufgezeigt, wie zentral das Thema Material-Innovationen in der Architektur ist und welchen spannenden Innovationsprozess die Architektur derzeit vollzieht. Weiterführende Infos zum OFROOM finden Sie unter www.ofroom.at.

Die Auswahl von Werkstoffen und Materialen spielt für die Ausstattung von Wohnung und Haus immer wieder eine zentrale Rolle. Man will sich in seinem Eigenheim ja schließlich auch wohl fühlen. Dieses Thema beschränkt sich aber nicht nur auf technische oder optische Interessen; vielmehr ist es – etwa bei Bauträgerprojekten – auch rechtlich relevant.

Der Erwerber einer Bauträger-Wohnung oder -Hauses sollte darauf achten, dass die Bau- und Ausstattungsbeschreibung, die dem Bauträgervertrag zugrunde liegt, möglichst seinen Wünschen und Vorstellungen entspricht. Andernfalls droht die Lieferung von „Durchschnittsware“ bzw. die Ausführung einer 08/15-Ausstattung, wie Michael Kuen in seinem neuen Fachbeitrag Der Bauträgervertrag und die möglichen Folgen einer mangelhaften Bau- und Ausstattungsbeschreibung erläutert.

In Zeiten der Schuldenbremse sind Aufträge der öffentlichen Hand rar; besonders in der Baubranche entscheiden aber gerade öffentliche Aufträge ob ihres Volumens häufig über den wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg eines Bauunternehmens. Es liegt daher bei öffentlichen Ausschreibungen an der Tagesordnung, dass kleine wie große Bauunternehmen regelmäßig versuchen, mit spekulativen Preisangeboten als Billigstbieter das Rennen zu machen.

Wann überhaupt ein spekulatives Preisangebot vorliegt, wie damit umzugehen ist, welche Konsequenzen dem Bieter daraus drohen und wie die Verpflichtung des öffentlichen Auftraggebers zur Angemessenheit des Preises zu verstehen ist, führt Bernhard Kall in seinem neuen Fachbeitrag Angemessener Preis vs spekulativer Preis eingehend aus.

Ich wünsche eine hilf- und lehrreiche Lektüre!